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JUGENDWOHNGRUPPE

Der Alltag der Jugendlichen wird bedarfsorientiert mit den Bewohnern gelebt. Das gemeinsame Zubereiten und Einnehmen des Abendessens sowie regelmäßige Wohngruppensitzungen geben eine feste Wochenstruktur in der Wohngruppe. Jeder Jugendliche hat einen festen Tag, an dem er selbständig kocht. Dabei werden die Jugendlichen von den Betreuern unterstützt. Die Wohngruppensitzung findet einmal in der Woche an einem festen Tag statt. Zudem hat jeder Jugendliche feste Putzdienste. Dies alles ermöglicht den Jugendlichen ihre Selbständigkeit zu trainieren, um nach dem Ausscheiden aus der Wohngruppe den eigenen Haushalt führen zu können. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit, in verschiedenste Vereine einzutreten, um ihren Hobbies nachzugehen. Gemeinsame Wohngruppenurlaube mit Betreuern ermöglichen des Weiteren soziales Miteinander zu lernen und zu leben.

 

Ein grundlegender Bestandteil in der Wohngruppe bildet das Bezugssystem, was einen stabilen, emotionalen Rahmen für die Jugendlichen bietet. Jeder Jugendliche hat einen festen Betreuer, der mit ihm den Erziehungsprozess begleitet. Im Rahmen dieses Prozesses werden die Eltern mit einbezogen. Nach Bedarf finden Elterngespräche persönlich oder telefonisch statt. Ein verlässliches Beziehungsangebot zu den Jugendlichen ist hierbei sehr wichtig. Dadurch lernen die Jugendlichen Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit in Beziehungen.
Unsere Arbeit ist geprägt durch Zuverlässigkeit, um dadurch einen stabilen Bezugsrahmen für die Jugendlichen zu schaffen. Die Jugendlichen erfahren wie es ist, in ihrer individuellen Situation angenommen zu werden.
Im Rahmen des Erziehungsprozesses werden die Eltern mit einbezogen. Es finden Elterngespräche nach Bedarf statt. Telefonisch halten wir die Eltern auf dem Laufenden und besprechen mit ihnen den Erziehungsprozess des jeweiligen Jugendlichen. Die Elternarbeit ist ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Arbeit und wird regelmäßig gepflegt.

 

Der diagnostische Prozess steht jeweils am Beginn einer Maßnahme statt.
Man versteht darunter eine Feststellung der jeweiligen Problematik des jeweiligen Jugendlichen. Hierbei werden in Zusammenarbeit mit der Dipl. Kunstpsychotherapeutin, mit den pädagogischen Fachkräften und ggf. mit externen Fachkräften Daten des Jugendlichen aus seiner Vergangenheit erhoben, um seine individuelle Problemstellung zu identifizieren. Dies geschieht in vier Schritten.

 

Im ersten Schritt werden systematisch Daten aus seiner Lebensgeschichte, den eigenen Beobachtungen, Beeinträchtigungen und fachlichen Einschätzungen erhoben.

 

Der zweite Schritt besteht aus den Selbstaussagen der Jugendlichen zu ihrer Lebenssituation und ihren Bewertungen aus vergangenen Heimaufenthalten und anderen Hilfesystemen.

 

Im dritten Schritt werden die Informationen aus den ersten beiden Schritten zusammengeführt und ins Team eingebracht, wo Ansätze für pädagogische Interventionen und mögliche therapeutische Maßnahmen erarbeitet werden.

 

Im vierten Schritt wird die/der jeweilige Jugendliche und den am Hilfeprozess beteiligten Menschen über die Ergebnisse aus dem dritten Schritt in Kenntnis gesetzt und Ziele erarbeitet sowie die Aushandlung möglicher Hilfemaßnahmen.

 

Danach wird dieser Prozess fortgesetzt. Dies beinhaltet die pädagogische Begleitung der/des Jugendlichen, um ihre Ziele zu erreichen sowie deren Überprüfung und eventueller Veränderung der Zielsetzung. Umgesetzt wird dies in Zusammenarbeit mit der/dem Jugendlichen und durch Besprechungen in den regelmäßig stattfindenden Teamsitzungen.